
WASSER | von Klaus Pons
Wasser kommt bei uns aus der Leitung
Wie lange wir noch sorglos den Wasserhahn aufdrehen können, ist ungewiss.
Ja, das Wasser kommt bei uns aus der Leitung, schon immer. Reines Trinkwasser, auch zum Kochen, Waschen, Zähneputzen, Wäschewaschen, Toilettenspülung, für den Garten und an der Tankstelle auch für unser Auto.
Wasser ist zur Zeit noch das billigste Lebensmittel überhaupt. 1.000 Liter kosten uns bei den Berliner Wasserbetrieben 2,06 €. Das heißt für 0,7 Liter, wie in den meisten Mineralwasserflaschen enthalten, bezahlen die Berliner 0,14 Cent!
Wie lange wir noch in diesem Luxus schwelgen können, ist allerdings ungewiss, denn mit dem Fluten der Braunkohlegruben in der Lausitz, wird die Spree und damit auch alle anderen Gewässer weitaus weniger Wasser führen. Schauen wir uns daher einmal den Berliner Wasserhaushalt etwas näher an.
Wo kommt das Berliner Trinkwasser her?
Wie bereits auch schon auf unserer Website in der Rubrik Handlungsfelder Wasser erwähnt, wird unser Trinkwasser dem Grundwasser unter der Stadtfläche entnommen.
Grundwasser entsteht im Prinzip aus dem Niederschlagswasser, welches vor Ort in den Untergrund versickert.
Da diese Menge allein nicht ausreichend ist, um eine grundsätzliche Reservoir-Menge unangetastet zu lassen, werden etwa 60 % der Bedarfsmenge durch Uferfiltration aus dem Müggel- und Wannsee sowie aus der Spree und Havel zusätzlich ins Grundwasser gepumpt.
Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf unser Trinkwasser?
Weniger Regen bedeutet weniger Grundwasserneubildung. Berlin trifft zusätzlich aber auch das Ende der Braunkohleförderung in der Lausitz. Denn das Wasser der Spree führte zum großen Teil auch das abgepumpte Grundwasser aus den Tagebauflächen, denn sonst hätten die Bagger nicht in den tieferliegenden Tagebauflächen arbeiten können. Und weniger Wasser in der Spree bedeutet auch weniger Uferfiltration für das Grundwasser.

Was tut Berlin, um unseren Grundwasserbestand zu sichern?
Das
Berliner Klimaanpassungsgesetz (KAnG Bln) wurde am 3. November 2025 vom Abgeordnetenhaus von Berlin angenommen und ist das erste konkrete Klimaanpassungsgesetz in Deutschland.
Neben dem Schutz vor Hitze und dem Zugang zu Grünflächen für die Berliner Bevölkerung, soll die Bewirtschaftung bzw. Versickerung des Regenwassers am Ort des Niederschlags erfolgen. Ganz nach dem Prinzip der wassersensiblen Stadtentwicklung bzw. Schwammstadt.
Aktuell sieht es jedoch noch so aus, dass ein Großteil des Regenwassers in Berlin, so auch in unserem Kiez, auf bebaute Grundstücke fällt und in den meisten Fällen über die Regenrinnen und Regenfallrohre in die Regenwasserkanalisation unter der Straße abgeleitet, um dann anschließend in Kanäle, wie z.B. den Teltowkanal, und Flüsse eingeleitet wird.
Dieses Regenwasser ist für die Grundwasserneubildung und den örtlichen Hitzeschutz (Verdunstungskühle) im Prinzip verloren.
Und was können wir tun? – Eine ganze Menge!
Lasst euer Regenwasser von den Dachflächen und versiegelten Hofflächen mit Gully-Einlauf auf eurem Grundstück versickern und koppelt eure Regenwassereinleitung in die Regenwasserkanalisation ab.
Stellt für die Gartenbewässerung Regentonnen/-säulen auf bzw. sammelt das Regenwasser in unterirdischen Tanks (Zisternen).
Entsiegelt regenwasserführende Flächen auf dem Grundstück, indem ihr sie wasserdurch-lässig gestaltet oder ganz zurückbaut.
Sammelt das Regenwasser aus Regenfallleitungen an öffentlichen Gehwegen in sogenannte „Gehwegregentonnen“ zur Bewässerung von Straßenbäumen bzw. bepflanzen Flächen im öffentlichen Raum.
Als Grundstückseigentümer könnt ihr, unter Berücksichtigung evtl. Planungs- und Genehmigungsschritte, dazu also direkt handeln. Als Mieter könnt ihr eure Vermieter bzw. Hausverwaltung darüber aufklären und zur Umsetzung, ggf. unter eurer Mithilfe, animieren.
Übrigens: Ihr spart dabei auch noch Geld, denn die Berliner Wasserbetriebe lassen sich die Regenwassereinleitung in die Regenwasserkanalisation bezahlen.
Außerdem: Die
Berliner Regenwasseragentur steht interessierten Bürger:innen mit Rat, Know-how, Kartenmaterial, Planung, Umsetzung und Weiterbildung zur Verfügung.
Oder: Ihr setzt euch mit uns in Verbindung und wir planen gemeinsam, wie wir in unserem Kiez das Regenwasser besser nutzen können.
Ich, Klaus Pons, habe mich bei
Zukunftslust dem Handlungsfeld „Wasser“ angenommen und führe euch gerne näher an dieses Thema heran. Darüber hinaus freue ich mich über weitere aktive „Mitschwimmer“ in meiner Wasser-Gruppe, denn sauberes und ausreichendes Wasser ist ein unverzichtbarer Bestandteil für jegliche Existenz von Leben auf unserem Planeten. Also schreibt mir gerne einfach eine
Email, wenn ihr Lust auf
Wasser habt.
Ausblick für 2026

Der Weltwassertag findet seit 1993 jährlich am 22. März statt und hat zum Ziel, dem Thema Wasser mehr Wertigkeit und Aufmerksamkeit zu geben. Jedes Jahr rufen die Vereinten Nationen zum Weltwassertag auf und möchten auf 2,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser aufmerksam machen.
Zukunftslust wird an diesem Tag im Rahmen einer Infoveranstaltung umfassend zum Thema informieren. Nähere Details dazu werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Mit dem Bündnis RegenTONNE wollen wir in 2026 die Aufstellung von Regentonnen vorantreiben. Gemeinsamer Einkauf, Transport und ein Installationsunternehmen soll es den Kiezanwohner leicht machen, dass Regenwasser sinnvoll zu nutzen.
Unser Ziel: 1.000 Regentonnen im Kiez









