Wasser weltweit

Bildquelle: Biber Berti
Mehr als 3/4 der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, doch nur knapp 3% davon sind Süßwasser.
Davon ist wiederum ein Großteil in Gletschern und Eis gebunden.
Nur ein Prozent unserer weltweiten Süßwasserreserven ist in Flüssen, Seen und Sümpfen enthalten.
Doch unsere Süßwasserreserven sind an vielen Orten durch Übernutzung und Verschmutzung gefährdet.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der Aralsee
Weil die Menschen ihn in großem Maße angezapft haben, ist der Aralsee im Grenzgebiet von Kasachstan und Usbekistan in Zentralasien stark geschrumpft.
Die Flächen, die das Wasser des Aralsees einst bedeckte, sind heute trockene Wüsten- und Steppenlandschaft.
Um Baumwolle anzubauen, brauchten die Bauern in den 1960er Jahren Wasserquellen. Da es in dieser Gegend wenig regnet, legten die Bauern die Baumwoll- und auch Reisfelder rund um den Aralsee an. Sie bewässerten die Felder mit dem Wasser zweier wichtiger Flüsse, die den Aralsee speisten, künstlich. Dazu leiteten sie das Flusswasser kurzerhand auf die Felder um.
Das Schrumpfen hatte unter anderem auch auf die Fischwelt Auswirkungen: Von einstmals mehr als 30 Fischarten konnten sich nur sechs in dem immer salziger gewordenen Wasser halten.

Aralsee von 1989 bis 2008
Wasser ist ein Menschenrecht
Im Jahr 2010 erklärten die Vereinten Nationen, ein Zusammenschluss von 192 Ländern der Erde, sauberes Trinkwasser zu einem Menschenrecht. Das bedeutet, dass jeder Mensch Anspruch darauf hat. Noch nicht in jedem Land der Erde ist dieses Menschenrecht umgesetzt. Dazu müssen die Regierungen handeln: Wasserleitungen müssen gebaut und genutzt, Seen und Flüsse dürfen nicht weiter verschmutzt und Kläranlagen müssen eingerichtet werden. Noch heute haben mehr als eine Milliarde Menschen, also etwas mehr als ein Siebtel aller Menschen, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Zudem ist der Umgang mit Wasser eines von insgesamt 17 nachhaltigen Entwicklungszielen der UN. Ziel ist es, bis 2030 die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und eine Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten.
Was soll bis 2030 erreicht werden?
- Zugang zu sicherem und bezahlbarem Trinkwasser für alle Menschen
- Angemessene Sanitärversorgung und Hygiene für alle Menschen
- Verbesserung der Wasserqualität
- Effiziente und nachhaltige Wassernutzung und integriertes Wassermanagement
- Schutz und Wiederherstellung von Wasserökosystemen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert eine „sicher bewirtschaftete“ Trinkwasserversorgung als hygienisch einwandfreies Trinkwasser, welches jederzeit, vor Ort und frei von Verunreinigungen (zum Beispiel durch Fäkalien oder Chemikalien) zugänglich ist.
Von „Grundversorgung“ spricht die WHO, wenn die nächste sichere Wasserquelle in maximal 30 Minuten (Hin- und Rückweg) erreichbar ist. Für uns in Deutschland ist es kaum vorstellbar, dass selbst die Grundversorgung in manchen Gegenden nicht gegeben ist. Mehr als 700 Millionen Menschen verfügten nicht einmal über eine Grundversorgung, über die Hälfte von ihnen leben in afrikanischen Staaten südlich der Sahara.
Wasser - ein faszinierendes Molekül
Ein Wassermolekül besteht aus einem Sauerstoffatom und zwei Wasserstoffatomen.
Wasser verhält sich anders als die meisten anderen chemischen Stoffe. In fast allen Substanzen fügen sich Atome und Moleküle umso dichter zusammen, je kälter es wird. Sie erstarren. Wasser hingegen hat seine größte Dichte bei 4 Grad Celsius, weil sich die Wassermoleküle bei dieser Temperatur am dichtesten zusammenlagern. Im Eiskristall liegen die Wassermoleküle erstaunlicherweise wieder weiter auseinander. Man spricht daher auch von der Dichteanomalie des Wassers.


Diese Anomalie des Wassers ist von unschätzbarem Wert für alles Leben im Gewässer.
Auf dem Grund des Sees ist es nämlich wärmer als an der Oberfläche, ganz oben ist es am kältesten. Der See friert von oben nach unten zu. In den unteren, flüssigen Schichten können Fische und andere Tiere überleben.
Leben im Wasser
Im Sommer genügt eine Pfütze Regenwasser, die in einem alten Eimer oder einem vergessenen Blumentopf steht. Schau mal genauer hin - siehst du die kleinen zuckenden Tierchen unter der Oberfläche? Das sind Mückenlarven, die sich in wenigen Tagen vom Ei zum fertigen Insekt entwickeln. Sogar im Grundwasser tief unter der Erdoberfläche gibt es Leben - allein in Deutschland wimmeln dort unten 500 verschiedene Tierarten herum.

In einem Bach ist mächtig was los: Hier sind neben Fischen auch kleine Krebse, verschiedene Insektenlarven, Schnecken und sogar Käfer und Spinnen unterwegs. Je nachdem, ob der Bach langsam oder schnell fließt, ob er kaltes Gebirgswasser, Quellwasser oder wärmeres Wasser aus einem See führt, leben in ihm ganz unterschiedliche Tierarten. All die kleinen Krabbeltiere, die am Grund des Baches leben werden Makrozoobenthos genannt.
Die Tiere im Bach werden auch zur Gewässerbewertung im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie herangezogen, wenn es um den ökologischen Zustand der Gewässer geht. Ziel der Richtlinie ist es den guten ökologischen Zustand zum Beispiel durch Renaturierung und Verminderung von Schadstoffeinträgen aller großen Gewässer bis 2027 zu erreichen.
Wasserverschmutzung
Kläranlagen filtern Abwasser und bereiten es wieder zu sauberem Trinkwasser auf. Doch bei Medikamentenrückständen im Wasser versagen sie. Deshalb sollte man abgelaufene Medikamente nicht in der Toilette entsorgen, sondern in der Apotheke abgeben. Auch Shampooreste und Farbstoffe gehören nicht in die Toilette, sondern als sogenannte Problemstoffe auf den Recycling-Hof.
Auch Nährstoffeinträge und Pestizidrückstände aus der Landwirtschaft können negative Effekt auf unsere Grund- und Oberflächengewässer haben. Denn sie sorgen dafür, dass bestimmte Organismen wie zum Beispiel kleine Algen sich explosionsartig dort vermehren, wo sie normalerweise durch Nährstoffmangel seltener vorkommen. Dadurch können sich ganze Ökosysteme verändern, weil die Algen toxische Stoffe freisetzen können, die anderen Organismen schaden.
Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen sind organische Verbindungen, die zwischen einigen Tausend und einigen Millionen Einzelstoffen umfassen. Da sie in der Umwelt nur sehr schwer abbaubar sind, werden sie auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt. Einige PFAS stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Die Eintragspfade von PFAS in Oberflächengewässer sind vielfältig.
In urbanen Gebieten stellen Kanalisationssysteme (Regenwassereinleitungen und Mischwasserentlastungen) sowie kommunale Kläranlagen zentrale Schnittstellen zu den Gewässern dar.
Millionen Tonnen Plastikmüll
Zudem landen jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Gewässern und schließlich im Meer. Durch die Meeresströmung haben sich dort regelrechte Plastikinseln gebildet. Der bekannteste Müllstrudel im Nordpazifik ist etwa 1,6 Millionen Qudratkilometer groß. Das entspricht einer Fläche viereinhalb Mal so groß wie Deutschland.
Er enthält schätzungsweise 80.000 Tonnen Kunststoff. Besonders besorgniserregend ist, dass ca. 46 % des Gewichts auf Geisternetze (verlorene Fischernetze) entfallen. Der meiste Müll stammt aus Flüssen, der Schifffahrt und durch Fischerei.
Das schlimme daran ist, die Plastikteile verrotten nicht, sondern zersetzen sich in Mikroplastik.
Meeresbewohner nehmen das Plastik auf, verenden daran oder geben es in der Nahrungskette weiter bis zu uns Menschen. Um dieses Problem anzugehen, hat die EU ein Verbot von Einwegplastikartikeln, für die Alternativen in anderen Materialien verfügbar sind, eingeführt.
Dazu gehören Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbchen. Aber am Ende können wir alle darauf achten unseren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen.
Wasser sparen
Jeder Einwohner in Deutschland verbraucht pro Tag durchschnittlich 126 Liter Trinkwasser. Diese Menge entspricht ungefähr zwei Drittel so viel, wie in eine Badewanne passt. Der Trinkwasserverbrauch pro Kopf ist in Berlin sogar zuletzt gestiegen: Lag er 2010 bei 112,9 Litern pro Kopf und Tag, so sieg er 2022 auf 114,4 Liter.
Der größte Anteil an der Trinkwasserverwendung im Haushalt entfällt auf den Bereich Baden/Duschen/Körperpflege, gefolgt vom Wassergebrauch der Toilettenspülung. Danach folgen Wäsche waschen, Geschirrspülen und Raumreinigung/Garten. Das Trinkwasser, was wir seinem Namen entsprechend gebrauchen, nämlich zum Kochen und Trinken, nimmt nur vier Prozent des Gesamtverbrauches ein.
Die wahren Wasserfresser
Für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern wird dagegen so viel Wasser verwendet, dass es 7.200 Litern pro Person und Tag entspricht. Ein Großteil dieses indirekt genutzten Wassers wird für die Bewässerung von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreide und Baumwolle benötigt.
Wir alle können darauf achten, weniger Wasser zu verbrauchen, indem wir die Waschmaschine möglichst voll füllen, um dadurch seltener zu waschen, kürzer Duschen oder öfter die „Spühlstopp-Funktion“ unserer Toilettenspülung nutzen.
Außerdem können wir durch weniger Konsum, von zum Beispiel billiger Mode (Fast Fashion) bis hin zu weniger Fleisch essen, einen weiteren kleinen Beitrag leisten.
Regenwasser in Deutschland
Regenwasser ist ein wichtiger Teil im Wasserkreislauf. Es füllt Gewässer und Grundwasserspeicher auf und trägt so zu ihrem Erhalt bei. Durch den Klimawandel können Wetterextreme, wie Starkregen oder Dürre in Deutschland zunehmen.
Der Dürreatlas des Helmholzzentrums für Umweltforschung zeigt das für den vergangenen Sommer:
Im Juli gab es regional mit verbreiteten und teils kräftigen Niederschlägen eine Entspannung der Bodentrockenheit.
Im August kehrte sich die Lage jedoch wieder um.
Während es zu Beginn und gegen Ende des Monats noch kräftige Schauer gab, blieb es in manchen Regionen bis zu drei Wochen lang niederschlagsfrei.
Insgesamt fiel somit zwar eine durchschnittliche Regenmenge, sie variierte jedoch sowohl zeitlich als auch räumlich stark.
Der Minimalwert „Null“ bedeutet, dass an keinem Tag Dürre herrschte. Der Maximalwert 0.2 tritt auf, wenn an einem Ort jeder Tag im Zeitraum vom 1. Juni bis 30. August 2025 trockener war als diese Tage im statistischen Vergleichszeitraum 1974-2023.
Veränderung des natürlichen Wasserhaushalts

Nachhaltiger Umgang mit Regenwasser
Ein nachhaltiger Umgang mit Regenwasser in Siedlungen hilft Mensch und Umwelt. Um möglichst viel Versickerung zu erreichen und den Oberflächen Abfluss zu verringern, gibt es verschiedenen Strategien.
Was können wir tun?
- Die Reduzierung der Flächenversiegelung auf ein Mindestmaß
- Zwischenspeicherung und Verdunstung durch Grünflächen, Teiche, Straßenbäume, Fassaden- und Dachbegrünungen.
- Dezentrale Aufbereitung von Niederschlagswasser, das z. B. auf Straßen, Parkplätzen in Gewerbe- und Industriegebieten anfällt zum Beispiel in Filterschächten (so entlasten wir die Kläranklage)
- Versickerung von Niederschlagswasser, das gereinigt wurde
- Regenwasser selbst speichern und nutzen zum Beispiel fürs Blumengießen






