Mobil mit Zukunftslust
Die Kiezinitiative Zukunftslust e.V. will in Berlin-Lichterfelde in einem Areal mit rund 4.500 Einwohnern die Transformation der Mobilität, im Sinne einer emissionsfreien, sicheren und bequemen Fortbewegung für alle, exemplarisch vorantreiben.

Im Modellversuch sollen Möglichkeiten und Wege erprobt werden, wie es gelingen kann, natürlich gewachsene Wohnquartiere mit einer Mischbebauung, bestehend aus Ein- und Mehrfamilienhäusern, in die Transformation zu bringen und gleichzeitig ein für alle tragfähiges Verkehrskonzept mit verbesserter Wohn- und Aufenthaltsqualität zu entwickeln.
Im Fokus stehen dabei die Schaffung von öffentlicher Ladeinfrastruktur, ein kiezeigenes Fahrzeug-Sharing sowie
die Verkehrsberuhigung im Quartier.
Das von Bürger:innen und Anwohner:innen initiierte Projekt basiert auf der Idee des Button-up-Verfahrens und geht von einer starken Bürgerbeteiligung aus, die selbstbestimmt ihre Mobilität und ihr Wohnumfeld gestalten wollen.
Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Stakeholder sind eingeladen, das Projekt als Reallabor oder Referenzprojekt zu nutzen und zu unterstützen.
Fahrzeug-Sharing mit LEV
Das kiezeigene Fahrzeug-Sharing soll allen Anwohnenden eine umweltfreundliche Mobilität ermöglichen und insbesondere Senioren, die mit über 25% den größten Bevölkerungsanteil darstellen, möglichst lang eine selbständige Fortbewegung garantieren.
Darüber hinaus stehen der Transport von Waren und Kindern mit führerscheinfreien Fahrzeugen im Fokus.
Aufgrund ihres geringen Platzbedarfs und Energieverbrauchs sowie der Fahrzeugvielfalt soll die Sharing-Flotte aus elektrischen Leichtfahrzeugen (LEV=Light Electric Vehicle) bestehen, die in einem stationsbasierten Sharing von Anwohnenden, aber auch kiezfremden Personen genutzt werden können.
Um Synergien auszuschöpfen, die Effizienz zu maximieren sowie die Attraktivität und User-Experience zu steigern, werden Kooperationen mit bereits bestehenden Sharinganbietern angestrebt. Gelingt dies im Zukunftslust-Modellversuch, könnte eine Skalierung in andere Bezirksregionen erfolgen.

Stationsbasiertes Sharing

Das stationsbasierte Sharing bietet mit großen und kleineren Mobilitätshubs ein geordnetes und flächendeckendes Angebot innerhalb des Kiezes mit Ladestationen und gesicherten Abstellflächen.
Damit wird eine stetige, punktuelle Verfügbarkeit gewährleistet und personeller Aufwand vermieden.
Durch die gesicherten Abstellflächen werden andere Verkehrsteilnehmer nicht beeinträchtigt und Vandalismus vorgebeugt.
Der Aufbau der Mobilitätshubs erfolgt sukzessive und orientiert sich am Nutzerverhalten.
Für die Finanzierung der Aufbauarbeiten stehen geeignete Fördermittel bereit.
Fahrzeugtraining
In Kooperation mit den ortsansässigen Fahrschulen sollen Fahrzeugtranings angeboten werden, denn einige der elektrischen Leichtfahrzeuge sind eventuell nicht so ohne weiteres zu fahren.
Dies soll die Sicherheit aller Verkehrteilnehmer erhöhen, Unfälle vermeiden helfen und gleichzeitig das Wir-Gefühl (unser Kiezsharing) stärken.
Inbesondere Senioren sollen über diese Maßnahmen dazu ermuntert werden, neue Fahrzeuge auszuprobieren.
In Kombination mit einer Anleitung zur Sharing-App- oder Kartennutzung, dem Handling der Fahrzeugabstellung und dem Anschluss an die Ladeeinrichtungen, kann auch diese Zielgruppe von der Nutzung des Sharingangebots überzeugt werden und von der selbständigen Fortbewegung partizipieren.

Ladeinfrastruktur & Sektorkoppelung
Größtes Hemmnis für den Umstieg auf Elektromobilität ist noch immer die fehlende öffentliche Ladeinfrastruktur. Zukunftslust will deshalb im Zuge der Errichtung der Mobilitätshubs auch öffentliche Ladesäulen installieren, die gleichzeitig als Speicher fungieren und so eine Überlastung des vorhandenen Netzes ausschließen und darüber hinaus im Bedarfsfall für Netzstabilität sorgen.
Die Schaffung von öffentlicher Ladeinfrastruktur wird deshalb eng an die Pläne der genossenschaftlichen Energie- und Wärmeversorgung gekoppelt. Am Ende soll, zusammen mit den privaten Anschlüssen (Wall-Boxen), ein Mobility2Grid-Ökosystem entstehen, dass Netzlasten ausgleicht und den Kiez gegen etwaige Katastrophen wiederstandsfähig macht.
Zukunftsvision

Umfragen zum Mobilitätsverhalten
2025 hat Zukunftslust erste Mobilitätsumfragen innerhalb des Kiezes durchgeführt. Diese sind aufgrund der Anzahl der Befragten alles andere als repräsentativ. Aktuell befindet sich eine weitere Umfrage in Vorbereitung, die ein fortlaufendes Meinungsbild abbilden soll.



