ART DES MONATS • ERSTAUNLICHES AUS FLORA UND FAUNA   |  von Lisa Wiebe

Die Blaumeise (Cyanistes caeruleus)

Ein zuverlässiger Frühlingsbote


Bestimmt habt ihr es auch schon gehört: das helle Trillern der Meisen. Sobald die Tage länger werden legen die Männchen los und besingen und verteidigen damit ihr Revier. Doch der Gesang hat noch einen weiteren Zweck: Das Weibchen der Wahl beeindrucken.


Die typische blaue Haube ist der Namensgeber für die kleine Meisenart. Im Niederländischen wird mit dem Namen „Pimpelmees“ auf das typische Verhalten bei der Nahrungssuche, das Pendeln und Picken zwischen den Ästen, hingewiesen. 

Die Brutsaison beginnt

Bald beginnt also die Brutsaison und somit ist das der ideale Zeitpunkt, um die Brutkästen im Garten zu kontrollieren, sauberzumachen und ggf. zu reparieren.


Denn ab April sitzen die Blaumeisen Weibchen bereits auf ihrer Brut. Die Blaumeise bevorzugt Nistkästen mit kleinem Eingang (26 bis 28 Millimetern Durchmesser), da sie sonst häufig von ihrer größeren Schwesterart der Kohlmeise vertrieben wird.


Viele Meisen sind den ganzen Winter über hier gewesen und haben sich zusammen mit anderen Meisenarten, Kleibern und Baumläufern an den Futterplätzen herumgetrieben. Nun sind sie schon da, wenn die ersten Mücken aus ihren Winterquartieren kommen und können sich über das langsam wachsende Nahrungsangebot an Insekten, Nektar und Knospen hermachen, bevor die Zugvögel nachkommen.

Foto: Theo Therkev

Foto: Theo Therkev

Gute Nachricht

Was für uns das Corona-Virus war, das hat die Blaumeisen in Form eines Bakteriums mit dem Namen Suttonella ornithocola im Frühjahr 2020 erwischt. Die erkrankten Tiere wirken apathisch, haben verklebte Augen und sterben nicht selten an einer Lungenentzündung.


Doch die größten Feinde der Meisen sind Beutegreifer, allen voran der Sperber für die Erwachsenen oder frisch ausgeflogenen Jungtiere und Spechte, Marder und Wiesel für die Brut.


Nichtsdestotrotz sind die Populationen der Blaumeisen in Deutschland insgesamt stabil, auch weil sie an vielen Stellen gefüttert und mit Nisthilfen unterstützt werden.


Weiter so.


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