
GEDANKEN | von Klaus Pons
Eine bessere Wahl
Wie schaffen wir den Schritt zurück zur menschlichen Natur?
Ich mache mir Sorgen um den Lebensraum der mehr als menschlichen Natur, welcher letztlich auch unser Überlebensraum ist.
Seit dem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome im Jahr 1972 hat die Wissenschaft uns immer deutlicher die Einflussnahme der Lebensweise des Menschen auf die Umweltverschmutzung, das Artensterben sowie den Klimawandel auf unserem Planeten dargelegt. Aber der Rohstoff- und Energiebedarf der Industrien, die Vernichtung ökologisch lebenswichtiger Dschungel, Wälder und Landschaften zum Zweck des Anbaus von Monokulturen, der Viehzucht, der Errichtung neuer Industrie- und Wohngebiete sowie wachsender Infrastrukturen schreitet dennoch voran.

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Kognitive Dissonanz
Zwei Antriebsfaktoren für diese „Megamaschine“ (s. Lewis Mumford, Fabian Scheidler) sind der Wachstumszwang unserer Wirtschaft sowie der ungebremste Konsumwunsch der Menschen.
Dass wir trotz besseren Wissens nichts dagegen tun, wenn Gedanken, Überzeugungen oder Handlungen im Widerspruch zueinanderstehen, nennt die Psychologie „Kognitive Dissonanz“.

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Verbundenheit mit der Natur

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Unsere indigenen Vorfahren und heute noch existierende Naturvölker lebten und leben im Einklang mit der Natur, weil die Abhängigkeit dieser Menschen von der Natur direkt für sie spürbar war und ist. Sie hatten nicht unser heutiges technisches, landwirtschaftliches, medizinisches und wissenschaftliches Wissen mit den daraus entwickelten Folgen.
Diese Direktheit lässt auch die tatsächliche Verbundenheit des Menschen mit der mehr als menschlichen Natur erleben.
Diese existenzielle Verbundenheit wird auch nie verloren gehen, denn sie ist „Motor und Sprit“ der Evolution zugleich.
Mediale Parallelwelten & Wirtschaftswachstum
Unsere o.g. Fähigkeiten täuschen uns jedoch über diese Tatsache der Verbundenheit hinweg, wir haben Mittel und Wege gefunden, dem direkten Einfluss der Natur aus dem Wege gehen zu können und uns in kommerziellen, technischen und medialen Parallelwelten zu amüsieren. Aber indirekt bekommen wir sie, dafür umso bedrohlicher, zu spüren.
Diese Gefahr wurde zumindest erkannt: Club of Rome, Weltklimakonferenzen, Greenpeace, Fridays for Future, sowie Umwelt-Arten und Klimaschutzprogramme von Regierungen (um nur einige Akteure zu nennen) treten weltweit auf. Aber der Schwung, mit dem vor allem Fridays for Future die jungen Menschen weltweit für einen Klimaschutz aktiviert hat (diejenigen, welche zukünftig in einem viel stärkeren Maße auch die Folgen zu spüren haben), lässt nach und der Tenor Klimaanpassung statt Klimaschutz, scheint zu überwiegen.
Den politischen Entscheidungsträgern als auch einem Großteil der Bevölkerung scheint das Wirtschaftswachstum, die Arbeitsplätze, die Rente und der ganze Wohlstand durch die Finger zu rinnen und sie halten aus Angst davor anscheinend an bisher bewährten (fossilienbasierten) Konzepten fest.
Kein Wunder, sind die Nachkriegsgenerationen doch in einer „Wirtschaftswunderzeit“ aufgewachsen. Aber selbst mit erneuerbaren Energien wäre noch nicht das Problem der beiden Antriebsfaktoren der „Megamaschine“, Wachstumszwang und Konsumwunsch, gelöst.

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Nur gemeinsam finden wir eine Lösung
Ich kenne die Lösung nicht. Ich weiß nur, dass wir von der mehr als menschlichen Natur lernen müssen, genügsamer und in Kreisläufen zu wirtschaften. Ohne dabei Raubbau zu betreiben und Schadstoffe sowie unverwertbare Abfälle zu erzeugen. Eben „zirkulär“ leben und dabei die Ökosysteme auf diesem Planeten wieder in Balance bringen.
Mir ist auf Anhieb jeder Mensch sympathisch, der mit sich ebenso um eine friedliche Lösung für die vorgenannten Probleme ringt. Da ist mir sein Ansatz auch erst einmal in erster Linie egal, ob er politisch, aktivistisch, spirituell oder naturverbunden, ob er vegan, indigen, künstlerisch oder lowtec praktiziert wird. Daraus resultiert für mich, da ich die Lösung sowieso nicht allein finde, auf die menschliche Schwarmintelligenz zu hoffen.
Dieses verlangt von mir Kontakt zu anderen Menschen, meine Berührungsängste abzubauen, meine Vorstellungen zu äußern, Kommunikationswege zu finden, sichtbar und selbstwirksam zu werden. Am besten (um der kurzen Wege willen) „vor der eigenen Haustür“. Da habe ich auf jeden Fall ein gutes Gefühl, weil ich ob der vielen Anforderungen, die auf uns Menschen zukommen, nicht vollkommen untätig bin.
Und eine funktionierende Nachbarschaft, die sich wohlmöglich daraus entwickelt, ist auf jeden Fall eine bessere Wahl als sich alleine gegen eine, wie auch immer geartete, Krise abzusichern.

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