
GESELLSCHAFT | von Annette Eni
Erstes Netzwerktreffen der Bezirksinitiativen
Das zivilgesellschaftliche Engagement in Steglitz-Zehlendorf ist groß

Am 17. März trafen sich erstmalig die Bezirksinitiativen aus Steglitz-Zehlendorf zur Vernetzung, mit dem Ziel, mögliche Synergien in der Zusammenarbeit zu entdecken und Erfahrungen auszutauschen.
Insgesamt waren fünfzehn größere und kleinere Initiativen vertreten, die sich in einer Vorstellungsrunde mit ihren Vorhaben und Projekten präsentierten.
Die Koordinierungsstelle Natur-, Umwelt- und Nachhaltig-keitsbildung (NUN) der FU Berlin hatte dankenswerter-weise die Organisation dieses Treffens übernommen und die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.
Neben den Initiativen waren auch Vertreter:innen der Sozialraumorientierte Planungskoordination, kurz SPK und Raum für Beteiligung vor Ort.
Bereits während der Vorstellungsrunde wurde eines schnell deutlich: Die Initiativen, egal welcher Ausrichtung, haben nicht den Eindruck, dass sie von der Bezirksverwaltung als Vertreter:innen für zivilgesellschaftliches Engagement ernst genommen und als Institutionen mit Potenzial wertgeschätzt werden. Es besteht eher der gegenteilige Eindruck, nämlich, dass sich die Initiativen eher als unbequemer Störfaktor fühlen, der insbesondere in den einzelnen Fachbereichen auf Ablehnung stößt.
Allgemeiner Konsens nach den Gruppengesprächen war, dass sich die Initiativen im Zusammenschluss und mit einem gemeinsamen Auftritt für einen besseren Dialog und eine konstruktivere Zusammenarbeit mit der Bezirksverwaltung einsetzen wollen. Es wurde der Wunsch formuliert, dass die Institutionen SPK und Raum für Beteiligung sich hierbei als Bindeglied und Wegbereiter für den Dialog verstehen sollten.
Nach dem Motto "Gemeinsam sind wir mehr und stärker", wollen sich die Initiativen darüber hinaus in ihren Vorhaben zukünftig gegenseitig unterstützen und entwickelten in Kleingruppen erste Ideen und Wünsche dafür.
Ideen & Wünsche
In Kleingruppen wurden erste Ideen und Wünsche entwickelt und gesammelt:
a) Eine Art Fest, Markt oder Messe der nachhaltigkeitsorientierten Zivilgesellschaft soll organisiert werden
- Wenn möglich federführend organisiert und finanziert von Verwaltung (SPK oder Raum für Beteiligung)
- Noch vor den Wahlen zum Abgeordetenhaus im September diesen Jahres
- mögliche Orte: Kirchstraße vor dem Rathaus Zehlendorf oder auf dem Hermann-Ehlers-Platz (hier könnte die Unterstützung des Einkaufszentrums Das Schloss eingeworben werden)
- Die verschiedenen Organisation hätten hier die Möglichkeit sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, für weitere Mitstreiter zu werben und vor allen Dingen in der Gemeinschaft Stärke zu präsentieren.
- Ziel: Sichtbarkeit schaffen, Wirksamkeit erzielen und Mut entfachen („Macht mit, dann geht es euch besser!“)
b) Eine Werkstatt der Mutigen nach dem Konzept von Project together
- gemeinsames Treffen von Zivilgesellschaft und Politk (mit Bezirks-, Senats- und Bundesvertreter:innen)
- Durch das deutschlandweite Projekt „Werkstatt der Mutigen“ von Project Together kann ggf. größere Bekanntheit, mehr Reichweite und mehr Durchschlagskraft erzielt werden
- Mögliche Organisation durch SPK/Raum für Beteiligung
- nach der Abgeordetenhauswahl im September
c) Tempo 30 Initiativen mit fünf ersten Zielen
- Gemeinsam an der BVV-Sitzung am 22.04. teilnehmen (Ziel: Mehr Sichtbarkeit, Vorstellung)
- Gemeinsames Auftreten bei Demonstrationen („Demonstrationskarawane“)
- Aufstellen von Displays, um Geschwindigkeit von Autos sichtbar zu machen
- Engerer Austausch mit SPK
- Zusammenarbeit Verwaltung/Ämter und Initiativen
- Untergruppe gründen, die an konstruktiven Lösungen und Austausch arbeitet (ggf. offenen Brief formulieren)
- Die Tempo 30-Initiativen wollen das Netzwerk weiter begleiten (Gestaltung von Plätzen, Straßen, Aufenthaltsqualität etc. sind interessante Ansatzpunkte)
d) Ehrenamt als sozialer Körper des Bezirk
- Selbstbewusst auftreten: „Wir sind Menschen, die Erfolge organisiert haben und attraktive, ermutigende Lösungen bieten“
- Zusatznutzen der Initiativen herausstellen und ggf. in Zahlen ausdrücken (SROI = Social Return on Investment)
- Mit Menschen ins Gespräch kommen: Wie geht das? Was können Ämter von Initiativen lernen?
- Bessere Kommunikation seitens der zuständigen Ämter und pro aktives Zugehen auf die Initiativen
- Unterstützung seitens der zuständigen Ämtern bei der Umsetzung von Landes- und EU-Vorgaben
- Wie kann sich das Netzwerk mit Schlüsselpersonen und ansprechbaren, kooperativen Mitarbeitenden in der Verwaltung vernetzen?
Anstehende Veranstaltungen und Treffen
09.04.26 | 15-18 Uhr - Film und Diskussion Cycling Cities
mit Ingmar Perowanowitsch, Campus Dahlem, Hörsaal 2, Habelschwerdter Allee 75, Rostlaube, Berlin, Eintritt frei!
25.04.26 - Demonstration der BI Sundgauer Straße
29.05.26 | ab 15:00 Uhr - Tag der Nachbarschaft
Zukunftslust "Flashmob-Dinner" auf der Gärtnerstraße 6-12, 12207 Bln
13.06.26 | ab 14 Uhr - Kunstauktion Paulinenplatz
(Spendenveranstaltung)
07.07.26 | 15-19 Uhr - Zusammen Zukunft machen
gemeinsam von Freiwilligenagentur Steglitz-Zehlendorf und KS NUN in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek
-> Bitte bei Interesse an einem Mitmachstand, um die eigene Initiative zu präsentieren bei der KS NUN melden

Anwesende Institutionen und Initiativen
- Koordinierungsstelle NUN/FU Berlin
- Raum für Beteiligung in Steglitz-Zehlendorf
- SPK 4 - Regionalkoordination (Juliane Schnitzer)
- Blätterlaube SUTAIN IT!/Grüne Bibliotheken & Green FU BIB
- Bürgerinitiative Blumenkiez e. V.
- BI Anwohnerschutz Verkehrslärm Hindenburgdamm (AVH)
- BI Park an der Feuerbachstrasse
- BI Sundgauer Straße (Tempo 30)
- FREI DAY Schulen
- Klimafreundliches Stadtparkviertel Steglitz e. V.
- kliQ-Berlin eG
- Leitung Nachbarschaftshaus Markus Miteinander im Stadtparkviertel
- Nabu Steglitz-Zehlendorf
- Nahwärme Eichkamp
- Omas for Future
- Paulinenplatz e. V.
- Stadtnatur/Artenschutz in der Schützenstraße
- Zukunftslust e.V.






