
MOBILITÄT | von Annette Eni
Hauptstadtkonferenz Elektromobilität
Die eMO2026 brachte die wichtigsten Akteuere der Mobilitäts- und Energieszene zusammen
Am 19. März 2026 trafen sich die wichtigsten Akteure der Mobilitäts- und Energiewirtschaft im Roten Rathaus auf der eMO2026, um über den Fortschritt, die neuesten Innovationen und zukünftige Herausforderungen bei der Elektrifizierung des Verkehrs zu beraten und auszutauschen.
Ich hatte alle Hebel im Bewegung gesetzt, um eines der begehrten Tickets zu bekommen. –Und ich muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt, denn ich konnte unser Kiez-Mobilitätskonzept einem maßgeblichen Personenkreis vorstellen.

Die Herausforderung: Netzausbau und Kapazitäten
Eigentlich ging es auf der Konferenz weniger um Mobilität, sondern vielmehr um Energie und die Frage: Wie schaffen wir den Netzausbau für die Bereitstellung der benötigten Kapazitäten und gleichzeitig ein attraktives, flächendeckendes Ladeangebot mit rentablem Betrieb und Preistransparenz für die Verbraucher?
Die positiven Nachrichten vorweg:
- Der E-Auto-Markt in Deutschland ist laut VDIK im Februar 2026 mit über 46.000 Neuzulassungen (BEV) stark in das Jahr gestartet, was einem Zuwachs von über 28 % gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.
- In Berlin sind bereits 22% der gewerblichen Fahrzeuge elektrisch. Im privaten Bereich sind es allerdings nur 4%.
- Mit 7.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten ist Berlin ein Hotspot und schafft damit eine flächendeckende Versorgung.
Im Großen und Ganzen heißt das, wir sind auf dem richtigen Weg und wer sich in Berlin ein E-Pkw zulegt, kann sich sicher sein, dass genügend Ladepunkte zur Verfügung stehen. Dabei findet das Laden während anderer Aktivitäten, wie z. B. dem Einkaufen statt und die Verbraucher mögen bitte bedenken, "Man hat schließlich auch keine Tankstelle vor der Haustür", so Jan Petersen von TotalEnergies, der für mehr Preistransparenz warb und erklärte, dass das Ladesäulengeschäft mangels Massenfrequentierung für die Anbieter nach wie vor unwirtschaftlich ist.
In diesem Zusammenhang war die Präsentation des DLR sehr interessant, denn dieses hat eine Software entwickelt, die die räumliche und zeitliche Auflösung des Ladebedarfs abbildet und so eine automatisierte Vorprüfung von Standorten für zusätzliche Ladeinfrastruktur ermitteln kann. Im folgenden persönlichen Gespräch zeigten sich die Wissenschaftler des DLR deshalb auch an unserem Zukunftslust-Mobilitätskonzept sehr interessiert.
Öffentlicher Nahverkehr der Zukunft
Besonders beeindruckt hat mich die Keynote des Vorstandsvorsitzenden der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Henrik Falk, der über die Herausforderung des Aufbaus von Betriebshöfen mit ausreichender Netzlast und adäquater Ladetechnologie für die E-Busflotten berichtete. Auch hier heißt es "learning by doing" und so probiert die BVG auf ihrem ersten E-Betriebshof zunächst verschiedene Ladetechnologien aus.
Des Weiteren erläuterte er, dass die Automatisierung und autonom fahrende Fahrzeuge, wie heute schon im Bereich der U- und S-Bahnen, aufgrund demografisch sinkender Personalzahlen die einzige Möglichkeit seien, im ÖPNV einen adäquaten Service aufrechtzuerhalten.
Ein Satz von Falk hallte in diesem Zusammenhang besonders nach: „Es ist nicht die Frage, OB wir in Zukunft autonom fahren, sondern vielmehr WANN.“ Und er kritisierte, dass auch in diesem Bereich andere Länder bereits viel weiter seien und die deutsche Gesetzgebung hier eine Innovationsbremse darstelle.
Eines ist aus seiner Sicht klar: Ein autonomer ÖPNV, der per App kleine Fahrzeuge autonom zu einem bestimmten Ort mit einem individuellen Ziel rufen kann, kann eine User Experience bieten, die einen Fahrzeug-Eigenbesitz eigentlich obsolet macht.
– Das dürfte dann wohl das endgültige Aus für die deutsche Autoindustrie darstellen.
Kooperationspartner für das Zukunftslust-Mobilitätskonzept

Gefreut hat mich, dass im Pitch die
inno2grid GmbH gewonnen hat und damit die Gelegenheit erhielt, ihren systemischen Ansatz, –Ladeinfrastruktur nicht isoliert, sondern als Teil eines integrierten Energiesystems vor Ort zu denken und mithilfe von Microgrid-Konzepten umzusetzen, präsentieren konnte.
Für unser Zukunftslust-Kiezkonzept sehe ich
inno2grid als den favorisierten Ansprechpartner, wenn es in die Konzeptionierungsphase geht und freue mich sehr, dass die Vertreter ein ebenso großes Interesse an einer Zusammenarbeit haben.
Des Weiteren hatte ich die Gelegenheit mit Vertretern von Berlin Partner, der Wirtschaftsförderung, der eMO, der Deutschen Bahn, der BVG, dem DLR und VOI über unser Projekt ins Gespräch zu kommen.
Alle Gesprächspartner zeigten großes Interesse an der Zukunftslust-Idee und stimmt überein, dass dies der richtige Ansatz ist und sich als Modellvorhaben und für eine Skalierung anbietet.
Nach Ostern wird es erste vertiefende Gespräche geben und ich freue mich schon jetzt auf die kommende, spannende Phase. 🚀




