ENERGIE  |  von Ulrike Linnig

Die kommunale Wärmeplanung

Die Erfüllung der Ziele ist herausfordernd


Bis zum 30. Juni muss Berlin, wie alle Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern, einen kommunalen Wärmeplan beschließen. Denn bereits bestehende Nah- und Fernwärmenetze müssen bis zum Jahr 2030 mit mindestens 30 Prozent erneuerbarer Energie oder unvermeidbarer Abwärme betrieben werden, ab 2045 zu 100%.


Nach Angaben der landeseigenen Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) sind es aktuell weniger als 10% in Berlin.  Die Erfüllung dieses Ziels wird daher herausfordernd.

Der kommunale Wärmeplan informiert Anwohner, wie wahrscheinlich es ist, dass ihnen in den nächsten Jahren ein Nah- oder Fernwärmenetz, das erneuerbare Gase oder grüne Fernwärme liefert, zur Verfügung stehen wird. Diese Information ist wichtig für Gebäudeeigentümer, die die Modernisierung des Heizungssystems planen möchten. Aktuell stammen rund drei Viertel der Berliner Fernwärme aus Erdgas.

 

Gleichzeitig soll nach Ostern das sogenannte Gebäudemodernisierungsgesetz vom Kabinett beschlossen werden.


Die Eckpunkte liegen bereits vor

 

Neue Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt – auch wenn sie ab 2029 teilweise mit sog. „Grüngas“ betrieben werden müssen.


Zudem entfallen verbindliche Erneuerbaren‑Quoten. Haus- und Wohnungseigentümer:innen bekommen damit mehr Entscheidungsspielraum, wie sie heizen und welches finanzielle Risiko sie tragen möchten.


Mieter:innen haben diese Freiheit nicht, denn der Vermieter entscheidet über die Art der Heizung. Gleichzeitig tragen Mieter*innen die Folgen der Entscheidung, über steigende Nebenkosten durch höhere Preise für fossile Energien, einen steigenden CO2‑Preis und/oder höhere Netzentgelte.

Diese Entwicklung wurde durch den im März 2026 begonnenen Irankrieg, der die Preise für fossile Rohstoffe drastisch anstiegen ließ, nochmals verschärft.

Wärmewende mit Zukunftslust

Anstatt auf den Staat zu warten, möchte Zukunftslust eine günstige, dezentrale und fossilfreie Energie- und Wärmeversorgung vorantreiben und allen Anwohnern – egal ob Mietern oder Eigentümern – den Zugang ermöglichen. Unsere Vision für eine C02-neutrale Energie- und Wärmeversorgung im Kiez findet ihr hier.

 

Denn gemeinschaftliche Lösungen können eine zentrale Rolle in der Wärmewende spielen und die Lücke zwischen den Fernwärmenetzen großer Versorger und individuellen Einzellösungen wie Wärmepumpen schließen. Diese können genossenschaftlich organisiert sein, wie die rund 300 Bürgerenergiegemeinschaften, die bereits heute tausende Menschen mit erneuerbarer Nahwärme versorgen.

Informationsabend am 12. Mai 2026

Zukunftslust möchte die Diskussion im Kiez über die künftige Wärmeversorgung anstoßen und lädt deshalb am 12. Mai 2026 zu einer kostenlosen Informationsveranstaltung ein.


Ort:  LIO Einkaufszentrum

Zeit: 19 - 21 Uhr, inkl. Ausklang


Programm:

  • Begrüßung durch Zukunftslust und Vertreter des Bezirks


  • Impulsvorträge zur künftigen Wärmeversorgung im Kiez

– Wie sind die aktuellen Rahmenbedingugen?

– Welche technischen Möglichkeiten gibt es?

   (Solar, Wärmepumpen, Kalte Wärmenetze, Geothermie…)


  • Erfahrungsberichte und Diskussion in Kleingruppen, je nach individueller Situation: Mieter, Einfamilienhaus, Eigentümergemeinschaft – zum Austauschen und Vernetzen



Wir freuen uns auf Eure Teilnahme! Meldet euch am besten gleich an und nehmt vorher schon an unserer kleinen Umfrage teil. So haben wir ein erstes Stimmungsbild.


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