WIRTSCHAFT  |  von Annette Eni

Ein Impulsabend aus der Weltmetropole Berlin

Die Social Economy Berlin im internationalen Austausch


Im Anschluss an den Sustainability Day 2026 fand am 25. März 2026 der Impulsabend "Social Economy International"  bei der IHK Berlin im Ludwig-Erhard-Haus statt. Die von der IHK ausgerichtete Veranstaltung hatte das Ziel den Austausch über soziale Innovationen, gemeinwohlorientiertes Wirtschaften und europäische Perspektiven zu informieren und bot kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Möglichkeit zur internationalen Vernetzung.

Erste Studie zu Social Economy vorgestellt

Soziale Unternehmen sind fest in Berlin verankert. Sie verbinden wirtschaftliche Aktivität mit sozialer und ökologischer Wirkung und tragen damit auf vielfältige Weise zur Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen bei.

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat deshalb dazu eine Studie in Auftrag geben, die erstmalig den Bestand, die Bedarfe und Empfehlungen für ein zukunftsfähiges Ökosystem analysiert. Diese Studie ist auch im internationalen Vergleich ein Novum und wurde an diesem Abend von Gesine Wittrich vorgestellt.


Die Studie liefert erstmals eine empirisch robuste Grundlage, um die Bedeutung und das Potenzial Sozialer Unternehmen im Berliner Kontext sichtbar zu machen. Sie zeigt auf, wo strukturelle Unterstützung notwendig ist, um dieses Potenzial künftig noch besser zu fördern. Das Fazit der Studienersteller: Soziale Unternehmen in Berlin sind relevant, vielfältig und resilient!

Soziale Unternehmen in Berlin sind relevant

Quelle: Studie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe

Es wurden 3.000 Soziale Unternehmen identifiziert, die vier Kriterien erfüllen: Sie verfolgen einen sozialen Zweck, reinvestieren mindestens 50 % ihrer Gewinne, beziehen Mitarbeitende in Entscheidungsprozesse ein und erwirtschaften mehr als 50 % ihrer Einnahmen am Markt. Sie werden in der Studie als Idealtypen oder auch Zebras bezeichnet, weil sie ökonomische Tragfähigkeit mit gesellschaftlichem Nutzen verbinden.


Die 3.000 Zebras machen etwa 2 % aller Berliner Unternehmen aus und erzielen gemeinsam einen geschätzten Jahresumsatz von 5,2 – 6 Mrd. Euro.


Indem sie zahlreiche und attraktive Arbeitsplätze schaffen, ihre Umsätze reinvestieren und dabei insbesondere lokale Dienstleistungen und Lieferketten stärken, leisten sie einen zentralen Beitrag für den Wirtschaftsstandort Berlin.

Lockert man die zugrunde gelegten Kriterien – etwa im Hinblick auf den Anteil der Markteinkommen oder die Reinvestitionsquote – erhöht sich die Zahl Sozialer Unternehmen in Berlin.


Zebras und Okapis machen etwa 8.000 Unternehmen aus. Auch jenseits ökonomischer Kennzahlen entfalten Soziale Unternehmen eine substanzielle gesellschaftliche Wirkung: Sie leisten z.B. Beiträge zur Armutsbekämpfung, Bildung, Demokratie und Teilhabe sowie zu Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz.


Das Potenzial ist groß – in wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Hinsicht


Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Social Economy Unternehmen spezielle Bedarfe, wie z. B. bei der Mittelbeschaffung haben und in besonderer Weise unterstützt werden müssen, wenn die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale langfristig und systematisch erschlossen und gestärkt werden sollen.


Dafür steht die IHK mit Sabine Benning als Beraterin zur Verfügung und auch das Projekt Social Economy Berlin steht als Ansprechpartner für Beratungen, Förderungen sowie mit einem breiten Netzwerk zur Verfügung.


Hier noch der Link zur Summery und zur vollständigen Studie.

Was hat das mit Zukunftslust e.V. zu tun?

Im Augenblick ist Zukunftslust ein Verein, aber in unserer Zielstellung ist das Aufsetzen von gemeinwohlorientierten Geschäftmodellen vorgesehen, also die Ausgründung von Social Economy Unternehmen, wie z.B. eine Energiegenossenschaft, ein Mobilitäts-Sharing für die Anwohner oder einen genossenschaftlich organisierter Nahrungsanbaubetrieb oder Supermarkt. Ein Schönes Beispiel hierfür ist der SuperCoop, dessen Ansatz mich total begeistert.


Bei all diesen Bestrebungen schwingt also der Gedanke mit, sich ein eigenes soziales und ökonomisches Ökosystem aufzubauen, das nicht nur Nutzen für die Anwohnenden bringt, sondern auch Arbeitsplätze bietet. 


Daher war die Veranstaltung mit der Vorstellung der Studie und den Pitches verschiedener Social Economy Unternehmen sehr inspirierend und darüber hinaus sehr aufschlussreich, an wen man sich beispielsweise für eine Gründungsunterstützung wenden kann.


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