ART DES MONATS • ERSTAUNLICHES AUS FLORA UND FAUNA   |  von Lisa Wiebe

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)

Die prozession am Eichenstamm


Passend zur Jahreszeit möchte ich euch heute eine Art vorstellen, die vielen vielleicht schon im Wald, aber zumindest auf Warnschildern an der Straße schon einmal begegnet sein dürfte. Der Wärme und Trockenheit liebende Nachtfalter Eichenprozessionsspinner wird auch mit „EPS“ abgekürzt. Wie der Name schon sagt, steht die Art im Zusammenhang mit Eichen.

Foto: Karin Heilig/www.naturgucker.de

Raupe Nimmersatt

Wie alle Schmetterlinge lebt auch der EPS zuerst als hungrige Raupe, bevor er sich verpuppt und schließlich zum Schmetterling wird. Und diese Raupe Nimmersatt frisst liebend gern Eichenblätter.



Ab dem 3. Larvenstadium (ab Mitte Mai), entwickeln die Raupen sehr feine Brennhaare ähnlich wie die Brennnessel, die innen hohl sind und das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Dieses Gift ruft bei Säugetieren aber auch bei hungrigen Vögeln in der Haut sowie in den Augen und Atemwegen stark juckende, zum Teil entzündliche Reaktionen hervor. So verteidigt sich die Raupe vor potenziellen Fressfeinden.

Von Nahem sehen die Brennhaare des ESP schon recht bedrohlich aus.

Foto: Gaby Schulemann-Maier/www.naturgucker.de

Besser Abstand halten

Diese Brennhaare können von Anfang Mai bis Ende November bei trocken-warmen Wetter durch Luftströmungen mehrere hundert Meter weit getragen werden, sodass oft auch größere Gebiete rund um Bäume mit den Nestern der Raupen abgesperrt werden.


In diesen Gebieten gilt: Abstandhalten, nicht im Unterholz wühlen, auf Hunde und Kinder aufpassen. Und wer vorsorgen will, kann beim Spaziergang in lichten Eichenwäldern Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen wählen. Auch empfindliche Körperteile wie Hals und Nacken sollten geschützt werden.

Der Klimawandel und seine Folgen

Im Zuge des Klimawandels und den damit verbundenen wärmeren Frühjahrsmonaten könnte es in Zukunft auch zu einem lokalen Massenauftreten der Art kommen und der EPS könnte sich in weiteren Gebieten ansiedeln.


Es gibt viele Möglichkeiten der Bekämpfung von Entfernung der Nester, Einsatz von Parasiten, die dem EPS schaden oder die Förderung von natürlichen Fressfeinden der Raupen (bevor sie ihre Brennhaare entwickeln) und natürlich kann man auch Pestizide einsetzen. Aber das erste Mittel der Wahl sollte immer eine Absperrung sein. Denn sind wir mal ehrlich: Die kleinen Raupen können nun wirklich nichts für ihre ungemütliche Behaarung.

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