ART DES MONATS • ERSTAUNLICHES AUS FLORA UND FAUNA   |  von Lisa Wiebe

Graue Gartenwanze (Rhaphigaster nebulosa)

Auf den Suche nach einem Winterquartier


Neulich berichtete mir eine Arbeitskollegin über einen sechsbeinigen Besucher in ihrer Küche. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um eine Graue Gartenwanze handelte. Diese sind recht stattlich gebaut ca. 15 mm groß und graugrün, wie der Name schon sagt. Und jetzt, wo die Nächte kälter werden, suchen die ausgewachsenen Tiere ein Winterquartier. Am liebsten mögen sie dabei Efeu bewachsene Hauswände. Dabei verirren sie sich gerne mal ins Haus.

Überhaupt sind die Gartenwanzen häufiger in der Stadt anzutreffen, da sie Wärme lieben. Sie ernähren sich von Pflanzen und ganz selten mal von toten Insekten. Das spannende an den Wanzen allgemein ist, dass sie anders als z. B. Schmetterlinge einen anderen Entwicklungszyklus haben. Aus den Eiern, die im späten Frühjahr gelegt werden, schlüpfen die sogenannten Nymphen. Diese sind schon kleine Versionen der erwachsenen Wanze, der nach der zweiten Häutung auch Flügel zu wachsen beginnen.

Lass mich, sonst stinke ich

Meine Kollegin hatte einen anderen Namen für ihren kleinen Besucher, der zum offenen Fenster hereinspaziert kam: Stinkwanze. Denn als sie den Gast mit dem Kochlöffel nach draußen befördern wollte, sonderte dieser eine übelriechende Flüssigkeit aus einer Drüse an der Brust ab. Diese Anpassung habe einige Wanzen und auch manche Käfer. Es dient der Abschreckung von Fressfeinden.


Wenn euch auch mal eine Wanze besuchen kommt, dann versucht ihr es am besten mit etwas Geduld. Wenn ihr die Tierchen nicht erschreckt, dann stinken sie auch nicht los.


Trotzdem empfiehlt es sich, die Wanzen nicht in die bloße Hand zu nehmen.

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