
GESELLSCHAFT | von Annette Eni
Böse Überraschung gleich zum Jahresbeginn
Wie kann jeder Einzelne Vorsorge für den Katastrophenfall treffen?
Das neue Jahr begann für einige von uns mit einer bösen Überraschung: Stromausfall in Teilen von Lichterfelde und Zehlendorf. –Ein schier unglaublicher Vorfall, oder wer hätte mit soetwas gerechnet? Und eine weitere Frage: Wer war vorbereitet? Damit meine ich nicht die Bezirks- oder Landesvertreter, sondern vielmehr die Bürgerinnen und Bürger.
Die Bundesregierung fordert Bürger:innen seit Jahrzehnten dazu auf, Vorsorge für Katastrophen zu treffen, wobei das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), gegründet 2004 und Nachfolgerbehörde des Bundesamtes für Zivilschutz, dies in den letzten Jahren intensiviert hat.
Empfehlungen ernst nehmen
Erst im Oktober 2025 mahnte das BBK vor einer realen Kriegsgefahr und veröffentlichte einen grundlegend überarbeiteten Ratgeber für Krisenvorsorge.
Auf der Webseite des BBK findet man dazu kontinuierlich aktualisierte Empfehlungen, einen anschaulichen Ratgeber sowie eine hilfreiche Checkliste.
Neben einem Notvorrat an Lebensmitteln und Wasser, werden auch eine Dokumentenmappe, Bargeld, Notfallgepäck, warme Decken, Hygieneartikel, Verbandsmittel und Medikamente sowie praktische Dinge, wie Kurbelradio, Batterien, Kerzen und Campingkocher empfohlen.
Jetzt mal Hand aufs Herz, wärst du für den Ernstfall gewappnet? Es muss ja nicht unbedingt gleich ein Krieg sein, es reicht ja schon ein Extremwetterereignis, um unser letztlich doch fragiles System ins wanken zu bringen.
Katastrophenschutz und Resilienz
Der Stromausfall in Lichterfelde hat zumindest auch eines gezeigt, der Katastrophenschutz muss in Berlin künftig besser funktionieren. Der Senat hat dazu in den vergangenen Tagen beraten und 75 Maßnahmenvorschläge erarbeitet, unterteilt in fünf Handlungsfelder:
- Schutz der Kritischen Infrastruktur
- Verbesserung des Katastrophenschutzes
- Ausstattung und Befugnisse der Sicherheitsbehörden
- Finanzierung sowie
- Resilienz der Bevölkerung
Der letzte Punkt, sprich die Resilienz der Bevölkerung, ist eines der maßgeblichen Ziele von Zukunftslust, nämlich den Kiez resilient und weitestgehend autark aufzustellen. Dazu gehören zum Beispiel die Wasserbevorratung durch Regenwassersammlung, Nahrungsversorgung durch Eigenanbau und Strom-/Wärmeversorgung durch PV- und Windkraftanlagen sowie eigene (Groß-)Energiespeicher.
Diese Vorsorgemaßnahmen sind jedoch nicht von heute auf morgen zu realisieren, sondern benötigen eine Vorlaufzeit. Deshalb ist es sinnvoll heute damit zu beginnen, damit wir in fünf bis zehn Jahren gewappnet sind. Wie gesagt, es muss kein Krieg sein, sondern es können auch klimatische Veränderungen sein, die unsere Lebenweise sehr einschränken oder bedrohen können.
Wie verhalten wir uns im Katastrophenfall richtig?

Die Bevorratung ist eine erste wichtige Maßnahme, jedoch haben wir uns gefragt, wie verhält man sich eigentlich richtig in einer Gefahrenlage? An wen kann man sich wenden? Wer hilft? Wo geht man hin? Was können wir für Mechanismen in unserem Umfeld und Rahmen installieren?
Aus diesem Grunde haben wir den Arbeiter Samariter Bund (ASB) um eine Präsenzveranstaltung zum Thema Katastrophenschutz gebeten, damit diese offenen Fragen beantwortet werden und wir ggf. in unserer kleinen Gemeinschaft Vorkehrungen treffen können.
Es ist zwar noch ein Weilchen hin, denn vorher hatte der ASB leider keinen Termin, aber wer möchte kann sich ab sofort anmelden.








