ENERGIE/WÄRME  |  von Ulrike Linnig

Der grüne Faden

Ein integrierter Blick auf Nachhaltigkeit


Am 22. Januar besuchte ich die öffentliche Ringvorlesung „Der Grüne Faden – ein integrierter Blick auf Nachhaltigkeit“ an der Humboldt-Universität. Der Vortrag von Prof. Claudia Kemfert vom DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) mit dem Titel „Quo Vadis, Energiewende“ beleuchtete den aktuellen Status und aktuelle Herausforderungen.

Insights in der Übersicht

  • Wind und Sonne sind zur Zeit die günstigsten Energiequellen weltweit, und ähnliche Skaleneffekte werden in absehbarer Zeit auch die Kosten für Energiespeicher erheblich verringern. 


  • Würden wir in Deutschland alle bereits genehmigten Wind- und Batterieanlagen umsetzen, würden wir unsere Klimaziele im Energiesektor erreichen.

 

  • Die Herstellung von Wasserstoff verbraucht 5-8mal soviel Strom, wie eine direkte Nutzung liefert. -Ist also vergleichsweise ineffizient.


  • Prof. Kemfert plädiert dafür, Energie- und Wärmesystem möglichst effizient zu gestalten – also sparen, wo möglich, die effizientesten Technologien einsetzen, energetisch sanieren, Wärmepumpen einbauen


  • Übrigens: Wärmepumpen decken den Wärmebedarf in Norwegen bereits zu rund 60 Prozent sowie in Schweden und Finnland zu rund 40 Prozent ab.

Prof. Claudia Kemfert

  • Erneuerbare Energien sind nicht automatisch störungsfrei oder resilient, aber der Einbau bi-direktionaler intelligenter Zähler (Smart Meter), –bei deren Einbau Deutschland aktuell leider Platz 27 im europäischen Vergleich belegt, ermöglichen Flexibilität in der Stromnutzung und sichern die Netzstabilität.


  • Interessant auch der Hinweis auf das Potenzial von Geothermie, das z. B. in München durch Großprojekte ausgeschöpft wird und die Fernwärme dekarbonisiert. – Auch hier ist Berlin deutlich langsamer.


  • Und vor allem: „Die Energiewende ist kein technisches Projekt, sondern eine Gesellschaftsaufgabe.“ Bürgerenergie und „energy sharing“ benötigen einen echten Marktzugang und tragen zu sozialer Abfederung bei.


👉 👉 Wer mehr Details möchte, kann sich auf YouTube einen ähnlichen Vortrag von Prof. Claudia Kemfert ansehen.


Mein Fazit


Vor dem Hintergrund der Kommunalen Wärmeplanung der Berliner Senatsverwaltung, die bis Mitte diesen Jahres vorgestellt werden muss, – aber letztlich nur eine Orientierung liefert, wie die Wärmeversorgung umgestellt werden kann, gewinnen Initiativen wie Zukunftslust zunehmend an Bedeutung und werden dringend gebraucht, denn in Quartieren, in denen keine Fernwärme vorgesehen ist, müssen Gebäudebesitzer sich andere Wege suchen.

 

Nur im Zusammenschluß werden wir eine bezahlbare und wertschöpfende Lösung für alle erreichen. Deshalb ist es wichtig, dass sich viele Anwohnende diesen Energie-/Wärme-Initiativen anschließen, je mehr desto besser und am Ende günstiger für alle.

 

Wir planen aktuell im ersten Schritt Informationsveranstaltungen zum Thema Kommunale Wärmeplanung und wollen damit nicht nur für mehr Aufklärung sorgen, sondern zugleich eine Plattform für eine Vernetzung der Anwohnenden bieten. Informiert euch also regelmäßig auf unserer Webseite über die anstehenden Termine oder entschließt euch gleich für eine Mitgliedschaft bei Zukunftslust und unterstützt so unsere Bestrebungen und helft mit die Kosten für Raummiete, Organisation, Redner usw. zu decken.


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