ENERGIE  |  von Ulrike Linnig

Wärmewende mit Zukunftslust

Rückblick auf unseren Besuch im Heizungskeller


Am 13. Juni fand vormittags unser Besuch im Heizungskeller von Michael Viernickel (Aktionskreis Energie und erq GmbH) statt. Die Idee war, interessierten Nachbarn vor Ort ganz konkret zu zeigen, was mit PV und Wärmepumpe möglich ist, wie laut es ist, wie groß das Bohrloch für Verbindung mit Geothermie, etc. sein muss.

Unser Besuch

Zehn an der Wärmewende Interessierte mit Lust auf Zukunft kamen nach Mariendorf, um vor Ort Technik anzusehen und von Michaels Erfahrungen zu lernen. Besonders schön fand ich, wie offen und klar Michael über Schwierigkeiten und Rückschläge sprach, wie er daraus aber gelernt hat und das Gelernte umsetzte. Es war wirklich inspirierend – was auch die Rückmeldungen der anderen Teilnehmer zeigen.

 

„Die Umsetzung des Prinzips Wärmepumpe ist einfacher als gedacht... Es erweist sich inzwischen als einzige vernünftige Alternative.“

 

„Ein professionell vorbereiteter und inspirierender Besuch.“

 

„Es war toll, zu sehen, was alles schon seit langem technisch möglich ist, und auch bezahlbar.“

Die Anlage

Michaels sog. Wohnhaus (es ist eher ein Reallabor) ist ein ehemaliges Zweifamilienhaus aus dem Jahre 1927, das 1990 in ein 4-Familienhaus mit mäßiger Dämmung umgebaut wurde. Gedämmt wurde nur mäßig, und so weit wie möglich wurden alte Bauteile des Gebäudes verwendet bzw. nur baubiologisch unbedenkliche Materialien eingesetzt. Vor 36 Jahren war das hochinnovativ!

Wärmepumpe mit Kühlfunktion, die das Haus mit vier Wohnungen versorgt. Nur etwas größer als die danebenstehende Waschmaschine.

Auf dem Dach liefert eine 1,7 kW PV-Anlage Strom, im Haus selbst sind Wand-, Decken-, Fußboden- und Radiatorenheizungen gemischt.


Schon damals gab es ein Grauwassernetz aus einer Zisterne. Als weitere Innovation wurde ein 3-geschossiger Wintergarten als Klimapuffer an einer Hauswand hochgezogen, ausgestattet mit Vakuumröhrenkollektoren.  

Im Jahre 2000 wurde die Ölheizung auf eine Grundwasser-Wärmepumpe (27 kW) mit einer Bohrung (Grundwasserzirkulationsbrunnen) umgerüstet.


Der „Brunnen“ versteckt sich unter einem kleinen Kanalisationsdeckel im Rosenbeet, ist also auch auf kleinem Raum umsetzbar.

 

2023 wurde die Wärmepumpe ausgetauscht, da zu diesem Zeitpunkt die Förderung günstig war, und zwar gegen eine Wärmepumpe mit Kühlfunktionalität. Ich war während der Hitzewelle Ende Juni ausgesprochen neidisch!

 

Vor zwei Jahren, 2024, wurden 16 Module „Balkon-PV" (à 400 Watt, insgesamt 6,4 kW) installiert.

Empfehlungen

Allen, die ebenfalls daran denken, ihre Heizung umzurüsten, empfiehlt Michael, im kommenden Winter aufzuzeichnen:


  • Außentemperatur
  • Heizungsvorlauf – und -rücklauftemperatur, insbesondere wenn es sehr kalt ist
  • Jahresverbrauch
  • Alter, Typ und Leistung des Heizkessels.


Mit diesen Informationen kann man sich beraten lassen, entweder von einem Planungsbüro, einem Heizungsbauer oder öffentlichen Stellen wie BauInfo Berlin oder der Verbraucherzentrale.

 

Unsere Empfehlungen für weitere Informationen:

 

Weitere Besuche im Heizungskeller

Am 21. November findet bundesweit der Tag des offenen Heizungskellers statt, an dem wir uns beteiligen werden. Wir informieren Euch rechtzeitig dazu!

 

Bei Fragen und Anregungen könnt Ihr Euch jederzeit an Ulrike Linning per Email wenden.

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