
GESELLSCHAFT & VERWALTUNG | von Annette Eni
Vorbild für moderne Bürgerbeteiligung
Initiative Fritschestraße für Deutschen Engagementpreis 2026 nominiert
Was mit einigen bepflanzten Baumscheiben begann, ist heute ein Vorzeigeprojekt für gelebtes bürgerschaftliches Engagement: Die Initiative Fritschestraße in Berlin-Charlottenburg ist für den Deutschen Engagementpreis 2026 nominiert worden – der bundesweit bedeutendsten Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement.
Die Nominierung würdigt das langjährige Engagement von mittlerweile mehr als 200 Anwohnerinnen und Anwohnern, die ihren Kiez gemeinsam lebenswerter, grüner und klimaresilienter gestalten.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Bemerkenswert ist dabei insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem Straßen- und Grünflächenamt Charlottenburg-Wilmersdorf, die das umfassende Engagement schlussendlich erst möglich macht.
Statt ehrenamtliches Engagement lediglich zu dulden, setzt der Bezirk auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Initiative. Gemeinsam werden neue Ideen entwickelt, getestet und – wenn sie sich bewähren – in die Praxis übernommen. Das Bezirksamt hebt selbst hervor, wie wichtig privates Engagement für die Pflege und Entwicklung des öffentlichen Grüns ist und unterstützt entsprechende Initiativen auch fachlich.

Ein aktuelles Beispiel dieser Kooperation ist das Pilotprojekt der sogenannten „Pinkelsteine“.
Gemeinsam mit dem Grünflächenamt wurden an über vierzig Baumstandorten Findlinge und Totholzelemente so platziert, dass Hunde ihrem natürlichen Verhalten folgend nicht mehr direkt an die Baumstämme urinieren.
Dadurch werden die empfindlichen Stämme geschützt und gleichzeitig Wildstauden auf den Baumscheiben erhalten. Nach ersten Erfahrungen bewertet die Initiative den Modellversuch als erfolgreich.
Doch die Initiative Fritschestraße engagiert sich weit darüber hinaus.
Sie bepflanzt Baumscheiben, organisiert Bewässerungs-aktionen für Straßenbäume, errichtet Sitzgelegenheiten, fördert die Artenvielfalt, veranstaltet Nachbarschaftsfeste und entwickelt mit Projekten wie „Einfach Beeten!“ neue Ideen für ein klimaangepasstes Wohnumfeld.
Das Bezirksamt arbeitet dabei regelmäßig mit der Initiative zusammen – beispielsweise beim jährlich stattfindenden Fritschefest, das gemeinsam organisiert wird und Nachbarschaft, Spiel und Umweltbildung miteinander verbindet.
Win-Win für Mensch, Natur und Verwaltung
Die Initiative zeigt eindrucksvoll, wie Verwaltung und Zivilgesellschaft voneinander profitieren können. Während das Grünflächenamt fachliche Unterstützung, Genehmigungen und organisatorische Begleitung bietet, bringen die Ehrenamtlichen Zeit, Kreativität und lokale Vernetzung ein.
Diese Zusammenarbeit gilt inzwischen über den Bezirk hinaus als gelungenes Beispiel dafür, wie Klimaanpassung und Stadtgrün gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden können. Auch in Veröffentlichungen des Bezirksamtes wird die Initiative ausdrücklich als positives Beispiel für erfolgreiches lokales Engagement hervorgehoben.
Die Nominierung für den Deutschen Engagementpreis 2026 ist deshalb weit mehr als eine Auszeichnung für eine einzelne Nachbarschaftsinitiative. Sie würdigt ein Modell, das zeigt: Wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger und eine offene Verwaltung partnerschaftlich zusammenarbeiten, entstehen Lösungen, die das Stadtklima verbessern, den öffentlichen Raum aufwerten und zugleich das Miteinander im Kiez stärken.







