
ART DES MONATS • ERSTAUNLICHES AUS FLORA UND FAUNA | von Lisa Wiebe
Der Maikäfer (Melolontha)
Nur alle vier Jahre stattet der Käfer uns einen Besuch ab
Welche Art könnte sich besser für diesen Monat eignen als der Käfer, der ihn schon im Namen trägt. Bei uns gibt es nicht den einen Maikäfer, sondern vor allem zwei Arten dieser Gattung, die sich im Mai auf die Suche nach Partnern für die Fortpflanzung machen: den Feld- und Waldmaikäfer.
Beide Maikäferarten benötigen drei bis fünf Jahre von der Eiablage bis zum Schlüpfen der ausgewachsenen Käfer, die danach nur noch vier bis sieben Wochen leben.

Foto: Molnar Szabolcs Erdely/pixabay
Massenvorkommen war einmal
An Massenvorkommen des Maikäfers können sich vielerorts nur noch die Großeltern erinnern. Denn in den 50er Jahren wurde mit einem Insektizid namens DDT, vom Flugzeug aus versprüht, ein Großteil der Populationen dahingerafft und die Massenvorkommen wurden selten.
Heute kennt man Maikäfer viel eher als Schoko-Käfer, der zu Ostern verschenkt wird, und weniger das Originalinsekt.
Dabei hatte man es in der Land- und Forstwirtschaft weniger auf die erwachsenen Tiere abgesehen, als auf die Engerlinge im Boden.
Denn die Bäume erholen sich und treiben im Juni wieder aus, wenn sie von den Käfern kahlgefressen wurden. Aber die Larven können die Wurzeln insbesondere von jungen Bäumen so sehr schädigen, dass diese den Befall nicht überleben.
Heute können die adulten Maikäfer auch im Berliner Grunewald wieder beobachtet werden. Dabei sind die Tiere gerne in der Abenddämmerung unterwegs und wegen ihrer Körpergröße auch gut zu hören.
Durch den Klimawandel schlüpfen die Käfer immer früher und sind heute auch vielerorts schon im April anzutreffen.

Foto: Piotr Albanowicz/pixabay
Die Antennen der Männchen sind mit vielen Sinneszellen ausgestattet, um die paarungsbereiten Weibchen zu finden.
Maikäfer flieg...
Die Larven der Käfer fressen sich 4 Jahre lang durch den Boden.

Foto: Marion Metzer/NABU-naturgucker.de
Die dicken Käfer sind keine besonders guten Flugkünstler.

Foto: M. Koziol/pixabay





